Wer hat die Fernbedienung erfunden?

Wann gab es die erste Fernbedienung?
Wer als Erfinder der Fernbedienung genannt werden sollte können Sie im folgenden Beitrag nachlesen.
Die Fernbedienung  - Eine technologische Entwicklung im Wandel der Zeit.

Jeder kennt Sie und fast jeder nutzt Sie, doch nur sehr wenige wissen wer die Fernbedienung erfunden hat. Der Name Zenith ist den meisten Menschen in Deutschland nicht geläufig, dabei war es diese amerikanische Firma die den Grundstein legte um technische Geräte aus der Ferne bedienen zu können. Erstaunlich, dass für den Firmenchef von Zenith Eugene F. McDonald ein ehemaliger US Navy Kommandeur damals bereits die nervige Werbung den Anstoß gab, die Entwicklung einer Fernbedienung voranzutreiben.

Waren es Anfang der 50-er Jahre noch kabelgebundene Versionen wie die "Lazy Bones" (Müde Knochen), so erschien im Jahre 1955 die erste drahtlose Fernbedienung unter dem Namen "Flash-Matic" auf dem Markt. Es war der Anfangs bei Zenith als Lagerarbeiter eingestellte Eugene Polley, der es schaffte mit seiner futuristisch anmutenden Flash-Matic Fernbedienung ein Fernsehgerät in vier Funktionen wie von Zauberhand umzuschalten. An allen vier Ecken des Fernsehgerätes waren lichtempfindliche Sensoren angebracht, die es ermöglichten auf das ausgesendete Licht der Fernbedienung die Programme zu wechseln und das Gerät ein- und auszuschalten. Mögen im ersten Verkaufsjahr ca. 30.000 verkaufte TV-Geräte mit Flash-Matic Technik aus heutiger Sicht nicht viel erscheinen, so kann man nur erahnen welche Sensation diese Entwicklung damals ausgelöst hat. Wie so oft bei neuen Erfindungen, so traten auch bei der ersten kabellosen Fernsteuerung Kinderkrankenheiten auf, die durch Fremdlicht Einflüsse verursacht wurden.


Quelle: Edd Thomas from UK [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)]

Der "Commander", so ließ sich der Zenith Chef Eugene F.McDonald von seinen Mitarbeitern anreden, suchte intensiv nach Verbesserungsmöglichkeiten und beauftragte damit einen zweiten Mitarbeiter aus der Forschungsabteilung. Der von Zenith später als "Vater der Fernbedienung" benannte neue Mann war Robert Adler, ein Österreicher der nach einem abgeschlossenem Physik Studium in Wien, und seiner späteren Auswanderung in die USA, in der Forschungsabteilung von Zenith gearbeitet hat. 
Bereits im Jahre 1956 hatte es der belesene und talentierte Wissenschaftler zusammen mit seinem Team geschafft den Nachfolger der Flash-Matic Fernbedienung der Öffentlichkeit vorzustellen. Die neue bahnbrechende Fernbedienung wurde "Space Commander" getauft und arbeitete ohne Batterien auf der Basis von Ultraschall Technik. Diese grandiose Erfindung von Robert Adler war so erfolgreich, dass sie wenn auch technisch verbessert, bis in die 80-er Jahre verwendet wurde und erst danach von der Infrarottechnologie abgelöst wurde.

Die beiden Wissenschaftler Eugene Polley und Robert Adler können mit Fug und Recht als Erfinder der Fernbedienung genannt werden. Auch die dem Team von Robert Adler angehörigen Zenith Mitarbeiter John G. Spracklen, Robert C. Ehlers und Clarence W. Wandrey sollen hier nicht unerwähnt bleiben.

Eugene Polley
Geboren am 29.11.1915 in Chicago / Illinois / USA
Gestorben am 20.5.2012 in Downers Grove / USA

Robert Adler
Geboren am 4.12.1913 in Wien / Österreich
Gestorben am 15.2.2007 in Boise / Idaho / USA


Drei Jahre vor seinem Tod hat sich Robert Adler noch über die vielen unübersichtlichen Knöpfe moderner Fernbedienung mit dem Satz "Ich kann das nicht mehr ändern. Ich würde nur gerne jemanden dafür anschreien, wenn ich die richtige Person fände" beklagt. Auch wenn die Sprachsteuerungen von Geräten in vielen Bereichen voranschreitet, und einige die Fernbedienung bereits für tot erklärt haben, so wird uns die Fernbedienung als eine einfache und unmittelbare Steuerung elektronischer Geräte noch einige Jahre erhalten bleiben.

Zum Schluss möchte ich noch den ungarischen Kulturwissenschaftler Jòsef Tillmann zitieren der die Fernbedienung philosophisch betrachtet als Zepter der Neuzeit wie folgt umschreibt: "Mit einer Fernbedienung in der Hand kann sich jeder Mensch auf dem Gipfel seiner Macht fühlen. Auf ein Winken seines Zepters können Welten vergehen und wieder auferstehen". Schöner kann man es einfach nicht umschreiben.